Presseartikel Kirchhainer Grashüpfer
Kategorie: Tagebuch
Heißes Eisen für Kinder
Kirchhainer Grashüpfer schmieden in der Kunstschmiede Petau in Polle (Weser)
Die Kindergruppe des BUND Kirchhain und des JUKUZ erhielt am vergangenen Wochenende einen Einblick in die Schmiedekunst. Für zwei Tage war sie zu Gast in der Kunstschmiede Petau in der Nähe der Münchhauen-Stadt Bodenwerder.
„Heißes Eisen ist wie Knete. Ihr könnt damit alles machen“, so Georg Petau, der auf mehr als 24 Jahre Erfahrung als Schmied zurück blicken kann.
Er erklärte den Grashüpfern die ersten Schritte des Schmiedens: mit Hammer und Feuer ging es an einen Eisenstab. Abwechselnd mit dem Schmied hämmerten die Kinder auf das heiße Eisen, das immer wieder zum Erhitzen ins Feuer musste. Sie formten daraus mit Hilfe des Schmieds ein Blatt, das als Ketten- oder Schlüsselanhänger dienen kann. Als die Blattstruktur geschaffen war, bogen die Kinder den Blattstiel zu einer Öse und polierten das Eisenblatt mit einer Bronze- oder Eisenbürste, so dass ein goldener oder ein silberner Glanz entstand. Zum Schluss hielten die Kinder ihr Blatt ins Wasser und kühlten es ab. Die kleinen Grashüpfer waren sehr stolz auf ihre ersten Werke in Eisen.
Schmiede sind in der Metallbearbeitung und zu Haue. Sie bauen Geländer, Gitter, Zäune, Tore... und reparieren fast alles. Georg Petau hat seine berufliche „Nische“ in allem, was anspruchsvoll zu bauen und ästhetisch schön werden soll, gefunden. Bei ihm werden Denkmäler gebaut und restauriert. Er entwickelt eigene Ideen und setzt sie in allen Metallen um. Georg Petau ist Schmied und Künstler mit Leib und Seele.
„Eigentlich wollte ich Goldschmied werden. Nach etlichen Absagen sah ich das Schild einer Schmiede. Ich ging hinein, vereinbarte ein Praktikum und begann danach meine Lehre“, so Petau. Nach der Meisterprüfung vertiefte er sein Können bei Alt-Schmiedemeister Alfred Habermann in Tschechien. „Dort begann meine eigentliche Ausbildung zum Schmied. Interessiert an alten Techniken, angeregt durch die verschiedenen Stilepochen entwickelte ich einen Sinn für das, was in meinem Beruf möglich ist.
Das Münchhausendenkmal, das Georg Petau im Jahr 2005 für die Stadt Kaliningrad, in der Münchhausen nicht als Lügenbaron, sondern als angesehener General gilt, schmiedete und aufstellte, war ein weiteres ausgefallenes Projekt. Ein Film darüber ist im Netz unter www.petau.net zu finden.
Georg Petau hat selbst zwei Söhne und zahlreiche Nichten und Neffen, die vom Arbeiten mit Eisen begeistert sind. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht mir sehr viel Spaß“, so Petau. Auch die Grashüpfer waren mit Eifer bei der Sache und sind für das heiße Eisen entflammt.




